Was wir brauchen

mit Markus Born und
Markus Zimmermann

Marienkirche, Prenzlau

Juli bis Oktober 2017

In dieser Filiale fanden drei Aktionstage statt. Bei der Neueröffnung am 15. Juli 2017 produzierte und archivierte Wünsche wurden während der Verlängerung am 12. August 2017 zu Slogans transformiert und beim Schlussverkauf am 7. Oktober 2017 verkauft bzw. zerschlagen.

Besucher:innen der Neueröffnung erhielten im Eingangsbereich der Filiale ein Stück Papier mit einer Zahl, die später aufgerufen wurde. Im Stuhlkreis hinter dem Altar fand daraufhin ein persönliches Gespräch mit Zimmermann über Wünsche und alltägliche Rituale der Besucher:innen statt. Born archivierte das hierbei angefertigte handschriftliche Protokoll in einem höher gelegenen Raum per Schreibmaschine und ließ es in den Kirchenraum fallen. Eine Filialmitarbeiterin sammelte es ein und brachte es in die Kapelle, die als Werkstatt diente. Dort gossen zwei Mitarbeiter:innen es in eine Gipsplatte und platzierten diese später auf einem von fünf Displays im Kirchenschiff. Für einen Monat lagen die so konservierten Wünsche dort aus.

Der Anfang der Verlängerung wiederholte die Aktionen der Neueröffnung kompakt an einem langen Tisch: Es fand ein Gespräch mit Zimmermann oder Born über Wünsche und Rituale der Besucher:innen statt, die Schreibmaschine archivierte das handschriftliche Protokoll, das sich später in einer Gipsplatte wiederfand. Zimmermann legte dann jede der bisher angefertigten Platten auf ein Pult und las den zugehörigen Archivtext laut vor. Born reduzierte den Text auf einen griffigen Werbeslogan und tippte ihn auf einen Flyer. Dieser wurde auf die Platten gekleistert, bevor sie auf die Displays zurückkehrten.

Für den Schlussverkauf verbanden Born und Zimmermann die fünf Displays zu einem begehbaren Podest, das die Architektur der Marienkirche deutlich aufgriff. Auf seinen zwei Etagen lagerten alle bisher produzierten Gipsplatten mit den eingeschlossenen Wünschen. Zimmermann und Born versteigerten diese Platten wie folgt: Sie hielten im Wechsel eine der Platten hoch und verlasen den während der Verlängerung angefertigten Slogan. Wenn nach dem dritten Aufruf niemand die Platte durch Aussprechen eines eigenen Wunsches kaufen wollte, wurde die Platte mit einem Hammer zerschlagen.

Mitarbeit:
Hazel Kilinc, Linus Schuierer, Melina Stiel
Förderung: Kulturland Brandenburg 2017
Stiftung St. Matthäus

Fotos:
Neueröffnung: Wolfgang Reiher, Markus Born
Verlängerung: Markus Born
Schlussverkauf: Linus Schuierer, Markus Born